Der Begriff "Theologie" stammt aus dem Griechischen und ist die denkerisch verantwortete Rede von Gott. Seit dem Mittelalter bezeichnet sie die systematische Glaubensreflexion sowie die wissenschaftliche Durchdringung der gesamten Wirklichkeit von Welt und Mensch im Licht der Offenbarung. Der christliche Glaube hat in besonderer Weise Theologie entwickelt, weil das Grundereignis des Christentums - Jesu Wort, Werk und Person -in den Berichten des Neuen Testaments enthalten ist, die selbst schon theologische Rede sind. So ist der christliche Glaube bereits in seinen Entstehungszusammenhängen eine Denkbewegung und kann deshalb auch nur als immer erneute Denkbewegung gelebt werden.
Die Theologiegeschichte führte nach Ansätzen im Neuen Testament zur heilsgeschichtlichen Konzeption bei Augustinus (354-430). Im Mittelalter kam es sowohl zur logischen Unterscheidung von Philosophie und Theologie als auch zur Ausbildung der theologischen Fächer. Heute unterscheidet man allgemein: Systematische Theologie (Dogmatik, Fundamentaltheologie, Moraltheologie, christliche Soziallehre), Historische Theologie (Exegese des Alten und Neuen Testaments, Kirchengeschichte) und Praktische Theologie (Kirchenrecht, Liturgiewissenschaft, Religionspädagogik, Pastoraltheologie, Homiletik).
Das Studium der Theologie erfolgt vor allem an den staatlichen Universitäten, doch gibt es auch andere Möglichkeiten theologischer Ausbildung; zum Beispiel an der Kirchlichen Hochschule Bethel (Bielefeld) oder im Missionsseminar des Evangelisch-lutherischen Missionswerks in Niedersachsen (Hermannsburg).
Als theologische Ausbildung bezeichnet man nicht mehr nur das akademische Studium, sondern auch die Einübung in die kirchliche Praxis: etwa im Vikariat, das die Tätigkeit in einer Gemeinde und Kurse über Verkündigung und Gottesdienst, Gemeindeaufbau und Seelsorge, Ökumene und Diakonie, Kirchenrecht und kirchliche Verwaltung im Predigerseminar umfasst. Dazu zählt auch die Fortbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer im Pastoralkolleg.

