Evangelisch-lutherische Kirche in Braunschweig
20.11.2012

Abt Jerusalem-Preis 2012

Berliner Technikwissenschaftler Wolfgang König wurde in Braunschweig ausgezeichnet

Wolfgang König bei seinem Festvortrag in der Brüdernkirche.

Bei der Preisverleihung (v.l.): Landesbischof Weber, Werner Schilli (Vorstand Braunschweigische Landessparkasse), Preisträger Wolfgang König, TU-Präsident Hesselbach, Joachim Klein (Wissenschaftliche Gesellschaft).

Laudatorin Nicole Karfyllis.

Im Gespräch: Landesbischof Weber und Preisträger Wolfgang König. Fotos (4): S. Hübner

Braunschweig Der Berliner Professor für Technikgeschichte Dr. Wolfgang König hat den Abt Jerusalem-Preis 2012 erhalten. Die Preisverleihung fand am 22. November im Theologischen Zentrum Braunschweig statt. Zum zweiten Mal nach 2009 ehrten damit die Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft, die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig und die Technische Universität Braunschweig einen Wissenschaftler, der in besonderer Weise dem Dialog zwischen Natur-, Technik- und Geisteswissenschaften verpflichtet ist. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert, die diesmal von der Braunschweigischen Landessparkasse gespendet wurden.

2009 ging er an die Philosophin und Biologin Nicole Karafyllis. Sie hielt auch die Laudatio auf den diesjährigen Preisträger Wolfgang König, der in seinem Festvortrag über das deutsche Wissenschafts- und Innovationssystem im 19. Und 20. Jahrhundert sprach. Der Preisverleihung vorgeschaltet war ein wissenschaftliches Symposium zum Thema „Bildung und Bildungsgerechtigkeit".

Dabei vertrat der Präsident der Humboldt-Universität Berlin, Professor Dr. Jan-Hendrik Olbertz, in einem Vortrag die Auffassung, dass Bildungsmängel in der Regel nicht selbstverschuldet seien, sondern ein Problem des Bildungssystems in Deutschland darstellen. Unter dem Motto „Niemand darf verloren gehen" präsentierte Oberkirchenrätin Birgit Sendler-Koschel, Leiterin der Bildungsabteilung im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), ein evangelisches Plädoyer für mehr Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit.

Verliehen wurde der Preis erstmals anlässlich des 300. Geburtstages von Abt Jerusalem (1709-1789). Es waren vor allem seine Ideen, die Herzog Karl I. veranlassten, das Collegium Carolinum als Reformschule ins Leben zu rufen. Der Aufklärung verpflichtet, ging Jerusalems Streben dahin, die traditionellen Wissenschaften Theologie, Jurisprudenz und Medizin mit den neu aufkommenden Naturwissenschaften und Philologien nutzbringend für alle Bereiche zu verbinden.

Grußwort von Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber im Wortlaut

Verfasser: Michael Strauss