Evangelisch-lutherische Kirche in Braunschweig
18.11.2012

Ethik der Selbstbegrenzung

Landessynode diskutierte über landwirtschaftliche Nutztierhaltung und „Leuchtturmkirchen“

Vorsitzender der Umweltkammer: Dr. Ekkehard Schulz.

Machte sich für Riddagshausen stark: Dr. Wolfgang Hemminger. Fotos (2): S. Hübner

Goslar. Die braunschweigische Landessynode hat bedauert, dass der Umgang mit großen Zahlen von Tieren häufig mit einer abnehmenden Achtung im Umgang mit der Schöpfung im Allgemeinen und den Nutztieren im Besonderen einhergehe. Sie nahm bei ihrer Tagung am 17. November eine entsprechende Stellungnahme ihrer Umweltkammer zustimmend zur Kenntnis.

Darin unterstreicht die Kammer, dass nicht nur der Mensch, sondern auch das Tier nach biblisch-theologischem Verständnis als Geschöpf Gottes anzusehen sei. Daran müsse sich die landwirtschaftliche Nutztierhaltung messen lassen, sagte der Vorsitzende der Umweltkammer, Dr. Ekkehard Schulz (Wolfsburg).

Wichtig sei vor allem die Gesundheit von Mensch und Tier. Deswegen müssten Umweltschutzmaßnahmen und ein gezielter Emissionsschutz vor Ort Priorität haben. Auch der umsichtige Einsatz von Medikamenten in der Tierhaltung sei von großer Bedeutung. Landwirtschaftliche Betriebe dürften nicht nur die Wirtschaftlichkeit in den Blick nehmen, sondern müssten auch die Ziele der Sozialverträglichkeit, Nachhaltigkeit und Umweltgerechtigkeit verfolgen.

Die Stellungnahme der Kammer fordert die Verbraucher auf, durch ihr Kaufverhalten den Markt zugunsten einer „Ethik der Selbstbegrenzung" zu beeinflussen und damit Verbesserungen in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung zu unterstützen.

Außerdem hat die Landessynode bei ihrer jüngsten Tagung in Goslar das Landeskirchenamt gebeten, ein Konzept zur Eingrenzung und nachhaltigen Positionierung der „Profilkirchen" oder auch „Leuchtturmkirchen" der Landeskirche Braunschweig im Verlauf des Jahres 2013 vorzulegen. Zuvor hatte Dr. Wolfgang Hemminger (Braunschweig) auf die Situation der Kirchengemeinde Riddagshausen-Gliesmarode aufmerksam gemacht. Der Bezirk Riddagshausen habe nur vergleichsweise wenige Mitglieder, aber mit der Klosterkirche die Verantwortung für ein Gebäude mit überregionaler Bedeutung und vielen auswärtigen Besuchern.

Durch das neue Finanzausgleichsgesetz (FAG), das sich an den Mitgliederzahlen der Gemeinden und einem Fixbetrag pro Kirchengebäude orientiere, sei künftig zu wenig Geld für die übergemeindliche Arbeit in der Klosterkirche vorhanden, kritisierte Hemminger. In das Konzept des Landeskirchenamtes sollen Erkenntnisse einer Arbeitsgruppe einfließen, die auf Initiative von Landesbischof Weber in den vergangenen Jahren bereits über die Entwicklung der „Leuchtturmkirchen" diskutiert hat.

Verfasser: Michael Strauss