Der Begriff "Liturgie" leitet sich aus dem Griechischen her. Das Wort "Leiturgia" bedeutet "Dienst am Volk" oder "öffentliche Dienstleistung". In der christlichen Tradition wird darunter die gottesdienstliche Versammlung der Gemeinde verstanden. Diese Bezeichnung war schon im Altertum in der griechischen Kirche üblich, wo unter Liturgie der gesamte Gottesdienst gefasst wurde. Im achten und neunten Jahrhundert wurde der Begriff eingeengt auf die Feier der Eucharistie, in neuerer Zeit bezeichnet er wieder das gesamte gottesdienstliche Tun der Kirche.
Liturgische Erneuerungsbestrebungen führten insbesondere in den lutherischen Kirchen zur Wiederentdeckung des Abendmahls als Mitte des Gottesdienstes. Initiativen der ökumenischen Bewegung hatten eine Revision der Agenden zur Folge.
Der Begriff Agende geht auf die frühe Kirche zurück. Ursprünglich hieß jede liturgische Funktion "Agenda". Heute bezeichnet man mit "Agende" ein Buch, das den gesamten Gottesdienst regelt und das nach den Ordnungen der einzelnen Landeskirchen teilweise verschieden ist. In der Liturgie wird zwischen den feststehenden Stücken, wie Kyrie, Gloria, Glaubensbekenntnis oder Teile des Abendmahls, und den wechselnden Stücken, wie Lesungen, Gebete, Lieder, für verschiedene Gottesdienste im Laufe des Kirchenjahres unterschieden. In ihr sind Lob und Dank, Klage und Bitte miteinander verbunden.
Die Liturgie hat verschiedene Aspekte: durch einheitliche Formen schafft sie Gemeinschaft und verbindet durch eine besondere Sprache und Symbolik mit früheren Generationen; sie vergegenwärtigt die Taten Gottes und trägt insbesondere durch Musik zur Verkündigung des Evangeliums bei. Durch die Einbeziehung von Paramenten (liturgischen Textilien) gestaltet sie nicht zuletzt auch den äußeren Raum für die gottesdienstliche Feier.

