Die Barmer Erklärung
Die Barmer Erklärung ist eine der wichtigsten kirchlichen Erklärungen des 20. Jahrhunderts. Sie wurde vor 70 Jahren Ende Mai 1934 von der 1. Bekenntnissynode in der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK) in der Reformierten Kirche Wuppertal-Barmen-Gemarke verabschiedet.
Die Barmer Erklärung versteht sich nicht als ein neues Bekenntnis. Sie wurde für die Bekennende Kirche und ihren Kampf gegen die Einflussnahme des NS-Staates auf die Kirche zur theologischen Grundlage. Ziel der Erklärung war es, sich gegenüber den Deutschen Christen (DC) und der Ideologie des Nationalsozialismus abzugrenzen. Verabschiedet wurde die maßgeblich von Karl Barth beeinflusste Erklärung von Synodalen aller evangelischen Konfessionen.
Sie gliedert sich in einen Vorspruch und sechs Thesen. Jede These enthält eine biblische Aussage und eine "Verwerfung". In der ersten These wird die falsche Lehre verworfen, dass es für die Kirche außer Gottes Wort noch andere Mächte und Offenbarungen gibt. In der zweiten These wird die Lehre verworfen, es gebe Bereiche des Lebens, die "nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären".
In der dritten These wird die Lehre verworfen, die Kirche dürfe die Gestalt ihrer Botschaft und ihre Ordnung dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen. Die vierte These lehnt sich gegen die falsche Lehre auf, die Kirche könne und dürfe sich abseits von ihrem Dienst "besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben oder geben lassen".
In der fünften These heißt es: "Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden." Und in der sechsten These wird die falsche Lehre verworfen, "als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke und Pläne stellen".

